Vergangene Kongresse

Übersicht der veranstalteten Kongresse des FVS

26.06.2019 – 29.06.2019

Die Digitalisierung verändert zentrale Bereiche unserer Gesellschaft mit unglaublicher Geschwindigkeit. Das deutsche Gesundheitswesen – und damit auch die Suchtkrankenhilfe und -behandlung – stehen vor tiefgreifenden Herausforderungen, womit erhebliche Chancen, aber auch Risiken verbunden sind. Digitalisierung wird zum einen als Hoffnungsträger bewertet, durch welche heute

  • noch nicht absehbare Möglichkeiten zur Diagnostik, Betreuung und Behandlung eröffnet werden;
  • dem medizinisch-therapeutischen Fachkräftemangel und der demografisch bedingten Zunahme der Multimorbidität
    begegnet werden kann;
  • wie auch die Gesundheit und das Wohlergehen, etwa bei psychischen Problemlagen und Störungen, durch niedrigschwellige Online-Informations- und Beratungsportale zielgruppengerecht gefördert werden können.

Derartige digitale Angebote lassen sich nicht nur im Bereich der Prävention und Frühintervention nutzen, sondern sie lassen sich auch mit bestehenden analogen Behandlungsangeboten und -strukturen vernetzen.

Auf der anderen Seite entstehen aber auch vielfältige Herausforderungen hinsichtlich der Digitalisierung. So stellt sich – auch vor dem Hintergrund der mit dem Internet verbundenen Aufhebung nationaler Grenzen – die Frage nach der Qualitätssicherung und Wirksamkeit entsprechender gesundheits- und suchtbezogener Online-Angebote. Des Weiteren ist eine zentrale Frage, wie die Abgrenzung und Vernetzung zwischen Online-Beratung und analoger Behandlung sinnvollerweise erfolgen kann. Hierzu gibt es im internationalen Bereich unterschiedliche Handhabungen und Sichtweisen, wobei fachliche, ethische, ökonomische und versorgungsspezifische Aspekte eine Rolle spielen.

Die Chancen der Digitalisierung nutzen aktuell insbesondere auch Unternehmen, die ursprünglich nicht aus dem Gesundheitswesen stammen, beispielsweise Google und Microsoft. Damit verbunden ist auch die Frage, ob angesichts der wachsenden Bereitschaft zur Freigabe immer intimerer Daten, insbesondere von solchen, die auch das Wohlergehen und die psychische Gesundheit betreffen, neue ethische Regeln und moralische Grenzen für die virtuelle Welt definiert werden müssen.

Auch das Suchthilfe- und Behandlungssystem steht somit vor enormen Herausforderungen. Die entsprechenden Entwicklungen, Chancen und Risiken sollen im Kongress beleuchtet werden. Leitgedanke hierbei ist, dass Digitalisierung nur Mittel zum Zweck der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung und des körperlichen und
geistigen Wohlergehens sein sollte.

Als weiterer Themenkomplex befasst sich der Kongress auch mit dem Phänomen der internetbezogenen Störungen. Die exzessive Nutzung von Computerspielen oder Internetanwendungen kann zu einem Verhalten führen, das in vielen Aspekten an Sucht oder Abhängigkeit denken lässt. Auch wenn die Erforschung dieser Störungen noch viele Lücken aufweist, scheint es doch evident zu sein, dass eine kompetente Versorgung und Behandlung dieser neuen Störungsbilder gewährleistet sein muss. In der fachlichen Diskussion wird zunehmend unterschieden zwischen den jeweiligen internetgebundenen Anwendungen, etwa der exzessiven Nutzung von Computerspielen und sozialen Netzwerken oder Online-Glücksspielangeboten, dem exzessiven Kaufverhalten oder exzessivem Pornographie-Konsum. Es ist damit zu rechnen, dass Gaming und Gambling als suchtähnliche Verhaltensweisen bei der ICD-11 (International Classification of Diseases) Berücksichtigung finden werden.

Es erwartet uns somit ein spannender Kongress, der aktuelle Entwicklungen aufzeigt und Orientierung bieten soll. In Form von Plenen, Foren, Workshops und Posterbeiträgen werden folgende Themen behandelt:

  • Zukunftsmedizin und -therapie: Wie das Silicon Valley Gesundheit fördern und unser Leben verlängern will
  • Selbsthilfe, Suchtberatung und -therapie im Internet: Internationale und nationale Entwicklungen
  • Psychoinformatik: Aktuelle Herausforderungen
  • Internetbasierte Interventionen bei psychischen Störungen: Überblick über Entwicklungen und deren praktische
    Umsetzung
  • Prävention, Beratung und Psychotherapie im Internet: Notwendige Rahmenbedingungen
  • analog – digital: Screening, Diagnostik und Behandlung bei internetbezogenen Störungen und pathologischem Glücksspiel
  • Berufliche Integration fördern unter Nutzung neuer Medien
  • Zukunft der Suchtkrankenhilfe und -behandlung aus Sicht der Leistungsträger und -erbringer

Um den erfahrungsorientierten Ansatz der Veranstaltung zu betonen, werden zudem verschiedene Workshops angeboten. Diese richten sich an therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie an Fachkliniken für Abhängigkeitskranke.

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren, veranstalteten Workshops sowie Pressemeldungen zum Kongress wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

20.06.2018 – 22.06.2018

„Sucht kommt selten allein …“. Komorbide Störungen sind bei suchtkranken Menschen eher die Regel als die Ausnahme. Sie leiden deutlich häufiger als die Allgemeinbevölkerung an psychiatrischen Diagnosen wie Angsterkrankungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder Traumafolgestörungen. Auch somatische Diagnosen wie etwa Stoffwechselkrankheiten, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, des Verdauungssystems oder Kreislaufsystems kommen häufiger bei ihnen vor. Daraus leiten sich zwei zentrale Themenstellungen ab, mit denen sich der Kongress befassen wird:

  • Zum einen geht es um die Frage, inwieweit im Vorfeld bzw. auch während der Behandlung neben der Sucht auch komorbide Störungen diagnostiziert werden und diese auch Eingang in der
    Behandlung finden. So sind entsprechende Synergien z.B. von Substanzkonsum und psychischen Störungen zu berücksichtigen. Ein Mensch mit einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung kann sich unter Alkoholeinfluss beispielsweise kurzfristig selbstsicher fühlen, oder es können depressive Symptome durch Substanzmittelwirkungen vorübergehend reduziert werden.
    Aufgrund der negativen Folgen des Substanzkonsums sowie der fehlenden Entwicklungen adäquater Copingmechanismen verstärken sich mittel- und langfristig die Ausprägung der psychischen Störungen sowie entsprechenden somatischen Beschwerden. Somit können vielfältige Interdependenzen der verschiedenen Störungssymptome bestehen. Eine Suchtbehandlung, die ausschließlich auf die Suchtsubstanzeinnahme und deren Beendigung fokussiert, greift
    bei Vorliegen weiterer psychischer und somatischer Störungen von daher zu kurz. Damit stellen sich vielfältige Herausforderungen an die Behandler. Denn es sind entsprechende Kompetenzen
    und integrierte Behandlungsmodelle erforderlich. Die mehrdimensionalen Problembereiche der komorbiden Patienten/Patientinnen sind bei der Therapiezielplanung und der Gestaltung des gesamten Behandlungsprozesses entsprechend zu berücksichtigen.
  • Zum anderen kann eine Suchterkrankung im Kontext einer Krankenhausbehandlung, einer somatischen/psychosomatischen Rehabilitation oder einer Behandlung durch eine/n niedergelassene/n Psychotherapeutin/en selbst als Komorbidität auftreten. Die primäre Erkrankung, aufgrund dessen ein Patient/eine Patientin sich in der jeweiligen Behandlung befindet, ist in diesem Fall eine somatische oder psychische Störung, wobei eine zusätzliche Suchterkrankung häufig übersehen bzw. nicht entsprechend berücksichtigt wird. In diesem Falle stellt sich die Herausforderung, eine „Kultur des Hinschauens“ zu entwickeln und im Rahmen der Diagnostik und weiteren Behandlungsplanung (z.B. Entlassmanagement im Krankenhaus) die Aufmerksamkeit auch auf die Suchterkrankung zu lenken und zur Inanspruchnahme entsprechender suchtspezifischer Beratungs- und Behandlungseinrichtungen sowie Selbsthilfegruppenangebote zu motivieren.

Es erwartet uns ein spannender Kongress, der Orientierung bieten soll und bei dem in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Posterbeiträgen folgende Themen behandelt werden:

  • Alkohol-/substanzbezogene Störungen, somatische Komorbidität und Frühintervention
  • Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen unter besonderer Berücksichtigung von
    Angsterkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen – Überblick über Diagnostik, Behandlungsmethoden und -techniken
  • Depression und Suizidalität bei Suchterkrankungen
  • Psychopharmaka und Suchtbehandlung
  • Return to Work – unter Berücksichtigung psychischer und substanzbezogener Störungen
  • Behandlung psychischer und somatischer Erkrankungen in der Suchttherapie
  • Komorbide Erkrankungen in der Behandlung Drogenabhängiger sowie bei pathologischem
    Glücksspiel und pathologischem PC-/Internetgebrauch
  • Komorbidität und Sucht: Rahmenbedingungen, Anforderungen und deren Finanzierung
  • Sucht und Komorbidität – Sucht als Komorbidität: Erfordernisse aus Sicht der Leistungsträger
    und Behandler

Um den erfahrungsorientierten Ansatz der Veranstaltung zu betonen, werden zudem verschiedene Workshops zum übergeordneten Thema „Komorbiditäten“ angeboten. Diese richten sich an therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie an Fachkliniken für Abhängigkeitskranke.
Wir hoffen auf eine interessante und lebendige Veranstaltung.

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren, veranstalteten Workshops sowie Pressemeldungen zum Kongress wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

21.06.2017 – 24.06.2017

In den letzten Jahren stehen im Gesundheits- und Sozialbereich zunehmend Fragen nach der ökonomischen Bedeutung und Effizienz von Leistungen, nach strukturellen Gegebenheiten und Erfordernissen, nach dem Machbaren unter den bestehenden Rahmenbedingungen im Mittelpunkt der Diskussionen. Mit dem Bundeskongress 2017 sollen im Unterschied dazu ethische Aspekte im Kontext der Suchtbehandlung beleuchtet werden. Ethik befasst sich mit dem richtigen Handeln in bestimmten Situationen und den dafür zugrunde liegenden leitenden Handlungsregeln. Wesentlich für die ethische Bewertung von Handlungen sind die mit ihnen verbundenen Folgen. Von daher geht es bei der Thematik nicht um abstraktes Wissen, sondern um eine verantwortbare Praxis. Ethik stellt auch die Frage nach den Zielen menschlichen Handelns. Als letztes Ziel des Menschen wird häufig das Glück oder die Glückseligkeit, wie auch ein gelungenes und gutes Leben oder subjektives Wohlbefinden genannt. Ethische Fragen sind somit grundsätzlicher Natur und betreffen alle Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensräumen, Funktionen und Aufgabenbereichen, die mit der Suchtbehandlung zu tun haben.

Übergeordnete Zielsetzung aller Angebote im Bereich der Suchtkrankenhilfe und -behandlung ist insbesondere, für jeden Betroffenen ein möglichst autonomes, gesundes und zufriedenes Leben mit einem hohen Grad an Selbstkontrolle und Selbstverwirklichung zu erreichen. Damit sollten alle Angebote letztlich die Entwicklungspotenziale eines Menschen und damit auch seine psychosozialen Lebensumstände, seine psychischen und somatischen Ressourcen und Komorbiditäten sowie seine soziale Einbindung in die Gemeinschaft, Gesellschaft und das Arbeitsleben im Blick haben.

Doch inwieweit lassen sich ethisch begründete Zielsetzungen und Handlungsempfehlungen auch in der Praxis realisieren? In der Versorgungs- und Behandlungsrealität haben wir es durchaus auch mit unterschiedlichen Werthaltungen, Sichtweisen und Zuständigkeiten der Beteiligten, mit widersprüchlichen Anforderungen, mit begrenzten ökonomischen Ressourcen und Partialinteressen zu tun.

Die Veranstaltung dient dazu, ethische Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und den Dialog über grundsätzliche Werthaltungen, Zielformulierungen und leitende Handlungsregeln zu fördern.

Uns erwartet ein spannender Kongress, der in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Poster u.a. folgende Themen behandelt:

  • Ethische Fragen und Grundhaltungen in der Medizin, Psychotherapie, Suchtrehabilitation
  • Ethische Anforderungen aus Patientensicht
  • Was macht Ärzte/innen und Therapeuten/innen glücklich?
  • Soziale Ungleichheit und Gesundheit unter besonderer Beachtung psychischer Erkrankungen
  • Resilienz und Sucht: Stärkung der seelischen Widerstandskraft als wichtige Aufgabe in der Behandlung
  • Wenn Wertesysteme aufeinander treffen – Suchthilfe und Migration
  • Ethische und wirtschaftliche Aspekte – wie geht das zusammen? – Beitrag aus Sicht der Leistungsträger
  • Ethische Grundhaltungen in der therapeutischen Praxis
  • Ethische Aspekte in der Behandlung Drogenabhängiger
  • Ethik und Inklusion – wie geht das zusammen?
  • Arbeitswelt heute: Chancen und Möglichkeiten für die berufliche (Re-)Integration
  • Web 4.0, Online-Glücksspiel … – was ändert sich und welche Angebote sind erforderlich?

Um den erfahrungsorientierten Ansatz der Veranstaltung zu betonen, werden zudem verschiedene Workshops zum übergeordneten Thema „Zwischen Wissen und Gewissen“ angeboten. Diese richten sich an therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie an Fachkliniken für Abhängigkeitskranke.
Wir hoffen auf eine interessante und lebendige Veranstaltung.

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

 

Wir danken der
  • Deutschen Rentenversicherung Bund
  • Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg
  • Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
für die freundliche Unterstützung.

In Deutschland verfügen wir über ein hochwertiges und differenziertes Versorgungssystem für Menschen mit  substanzbezogenen und suchtnahen Störungen, welches eine Vielzahl von Angeboten umfasst. Aufgrund historisch  gewachsener Strukturen und unterschiedlicher Zuständigkeiten der Leistungsträger ist es aber auch stark fragmentiert.  In der Regel sehen sich Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung oft erst nach einer langen Abhängigkeitsphase und  in späten Krankheitsstadien dazu veranlasst, wegen der Grundstörung eine suchtspezifische Beratung und Behandlung  aufzusuchen. Oftmals sind Versorgungsanlässe eher allgemeine somatische, psychische oder soziale Krisen, bei  denen  sich erst bei näherer Klärung eine Substanzbezogenheit als ursächlicher Faktor zeigt. So findet beispielsweise nur ein  Teil der Personen mit alkoholbezogenen Problemen bzw. einer Alkoholabhängigkeit ohne Umwege und zeitnah Zugang  zum suchtspezifischen Behandlungssystem. Hinsichtlich der Früherkennung, Frühintervention und Überleitung in das  Behandlungssystem spielen der niedergelassene Arzt bzw. Hausarzt, wie auch das Fachpersonal in Krankenhäusern, aber auch Betriebe, Behörden, Jobcenter, Agenturen für Arbeit, Einrichtungen der Alten- und Jugendhilfe eine wichtige Rolle. Gesundheitspolitische Zielsetzung sollte es sein, Patientinnen und Patienten mit substanzbezogenen und suchtnahen  Störungen unterschiedlicher Schweregrade und unterschiedlicher Chronizität möglichst frühzeitig zu erkennen und  möglichst nahtlos einer bedarfsgerechten Beratung und Behandlung zuzuführen, um individuelle gesellschaftliche Schäden zu minimieren oder zu begrenzen. Auch im Anschluss an eine Entwöhnungsbehandlung sollten sich weiterführende Maßnahmen, etwa zur Förderung der beruflichen Reintegration, ohne zeitliche Verzögerung anschließen. Somit stellt sich die gesundheitspolitisch bedeutsame Frage, wie die Zusammenarbeit des Suchtkrankenhilfe und  -behandlungssystems mit entsprechenden Kooperationspartnern verbessert werden kann. Benötigt wird ein gut  funktionierendes Schnittstellen-Management, welches unter den Zielsetzungen der „Frühzeitigkeit“, „Nahtlosigkeit“ und „Nachhaltigkeit“ eine bedarfsgerechte Steuerung und Koordination von Versorgungs- und Behandlungsleistungen  sicherstellt. Es erwartet uns ein spannender Kongress, der den Entwicklungs- und Verbesserungsbedarf ebenso aufzeigt,  wie konkrete Ansätze und Verfahrensweisen. Im Einzelnen werden in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und  Postern folgende Themen behandelt:

  • Psychische Störungen: Ausmaß des Problems und Versorgungssituation in Deutschland
  • Frühintervention, Beratung, Behandlung – aktuelle Herausforderungen zur Gestaltung nahtloser Zugangswege
  • Konkrete Beispiele nahtloser Zugangswege zur Suchtbehandlung auf dem Prüfstand
  • Illegale Drogen-Prävention stärken und Zugangswege erweitern!
  • Teilhabe am Arbeitsleben durch Casemanagement und entsprechende Maßnahmen fördern
  • Frühintervention und Erweiterung der Zugangswege bei suchtnahen Verhaltensweisen
  • Zugangswege für spezielle Risikogruppen
  • Soziotherapie – neue Horizonte?
  • „Zugangswege erweitern!“ – Perspektiven aus Sicht der Suchtpolitik, der gesetzlichen Krankenversicherung, der Rentenversicherung und der Suchtbehandler

Um den erfahrungsorientierten Ansatz der Veranstaltung zu betonen, werden zudem verschiedene Workshops zum übergeordneten Thema „Komorbiditäten“ angeboten. Diese richten sich an therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie an Fachkliniken für Abhängigkeitskranke.
Wir hoffen auf eine interessante und lebendige Veranstaltung.

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

 

Wir danken der
  • Deutschen Rentenversicherung Bund
  • Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg
  • Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
für die freundliche Unterstützung.

„Abstinenz“, „Konsumreduktion“, „Schadensminimierung/Safer use“, „Verhaltensregulierung“, „Substitution“ – es gibt vielfältige und unterschiedliche Zielsetzungen, welche in der aktuellen Diskussion um die Behandlung substanz-bezogener und stoffungebundener/suchtnaher Verhaltensweisen eine Rolle spielen. Doch welche Zielsetzungen sollen im Einzelfall vom Behandler in seinem jeweiligen Setting dem/der Patienten/in empfohlen werden? Expertenkonsens ist beispielsweise, dass bei Personen mit einer Alkoholabhängigkeit das Anstreben völliger Abstinenz das angemessenste Ziel in Bezug auf Alkoholkonsum ist (Nice, 2011). Menschen mit riskantem bzw. schädlichen Trinkverhalten oder einer moderaten Substanzgebrauchsstörung können möglicherweise das Ziel eines risikoarmen Alkoholkonsums leichter erreichen. Natürlich sind auch individuelle Behandlungsbedarfe wie etwa psychiatrische oder somatische Komorbiditäten oder auch situations- und verhaltensbezogene Risikokonstellationen (z.B. Schwangerschaft, Alter, Einnahme zusätzlicher Medikamente, Teilnahme am Straßenverkehr oder am Arbeitsleben) zu beachten. Zudem stellt sich für die Behandler die Frage, in welchem Setting welche Therapieziele realistischerweise kurz-, mittel- oder langfristig erreicht werden können, inwieweit deren Einhaltung auch überprüft werden kann und ob bezogen auf den Einzelfall durchaus auch weiterführende Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden sollten, um übergeordnete Zielsetzungen zu erreichen. Eine differenzierte Diskussion um die jeweils geeignetsten Therapieziele ist auch bei Mischkonsumenten unterschiedlicher Substanzen oder chronifizierten, polyvalent abhängigen Menschen sowie im Bereich des Pathologischen Glücksspiels und Pathologischen PC-Gebrauchs zu führen.

Von daher erwartet uns ein spannender Kongress, der Orientierung bieten soll und bei dem in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Posterbeiträgen folgende Themen behandelt werden:

  • Was ist eine Suchterkrankung? – Zentrale Kriterien von Substanzgebrauchsstörungen in der aktuellen Diskussion
  • Abstinenz als Ziel bei Abhängigkeit – neurobiologische Grundlagen
  • S3-Leitlinie Alkohol – Welche Empfehlungen werden zu Therapiezielen gegeben?
  • Abstinenz von allen Suchtmitteln bei Drogen- und Mehrfachabhängigkeit?
  • Spezifische Therapieziele und deren Erreichbarkeit bei stoffungebundenen und suchtnahen Störungen
  • Einsatz von Medikamenten in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit in der Diskussion
  • Abstinenz als Ziel bei Abhängigkeit? – Sichtweise der Selbsthilfe, der Behandler und der Leistungsträger
  • Bedeutung der Abstinenz für die berufliche und soziale Teilhabe
  • Indikationsgeleitete Therapieziele und -planung bei substanzbezogenen Störungen
  • Prävention und Frühintervention bei substanzbezogenen Störungen: Was sind adäquate Zielsetzungen, und wie kann man sie erreichen?
  • Weiterentwicklung von Behandlungsangeboten auf Basis von Schweregraden substanzbezogener Störungen
  • Moderne Drogenrehabilitation – Was zeichnet sie aus?
  • Ziele und Behandlungsmodelle für chronisch mehrfach beeinträchtigte Abhängigkeitskranke

Um den erfahrungsorientierten Ansatz der Veranstaltung zu betonen, werden zudem verschiedene Workshops zum über-geordneten Thema „Genussvolles, freudvolles Leben fördern“ angeboten. Diese richten sich insbesondere auch an Mitarbeiter/innen aus den Bereichen Ergo-, Musik-, Kunst-, Sport- und Bewegungstherapie.

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

 

Wir danken der
für die freundliche Unterstützung.

Der Bundeskongress des Fachverbandes Sucht e.V. steht 2014 unter dem Motto „Ziele und Methoden der Suchtbehandlung: Neue Herausforderungen!“

Übergeordnete Zielsetzung aller Angebote der Suchtbehandlung ist es, einen möglichst hohen Grad an Autonomie im Leben der Betroffenen zu erreichen. Deshalb ist eine ganzheitlich orientierte und umfassende Behandlung erforderlich, welche existentielle Themen ebenso berücksichtigt wie die psychosozialen Hintergründe, die psychische und somatische Gesundheit und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, welche die eigene Existenz so weit wie möglich aus eigener Kraft sichert.
Unterhalb dieser übergeordneten Zielsetzung haben sich in Deutschland verschiedene Angebote der Suchtkrankenhilfe mit unterschiedlichen Teilzielen entwickelt. Diese reichen von der Sicherung des Überlebens und der Reduzierung von Folgeschäden über die Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitsstatus, die Verminderung sozialer Desintegration über die Förderung konsumfreier Phasen und Reduzierung des Konsums bzw. Beikonsums („Harm Reduction“) bis hin zur Förderung der dauerhaften Abstinenz und einer autonomen Lebensgestaltung. Eine wichtige Herausforderung für die Weiterentwicklung des Versorgungs- und Behandlungssystems ist es, auf Basis eines übergreifenden Grundverständnisses die unterschiedlichen Angebote im Gesundheits-, Sozial- und Suchthilfebereich mit ihren spezifischen Zielsetzungen so zu vernetzen, dass indikationsgeleitet der Zugang zu einem möglichst bedarfsgerechten individuellen Behandlungsangebot gefördert wird. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen derartige Fragestellungen zu den Zielen und Methoden der komplexen Suchtkrankenhilfe und dahinter die übergeordnete Frage: Gibt es noch eine Einheit in dieser Vielfalt?

Im Einzelnen werden in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Posterbeiträgen folgende Themen behandelt:

  • Was treibt den Menschen? – Grundmotivationen, soziale Erfahrungen und seelische Gesundheit
  • Die Behandlung existentieller Themen in der Suchtbehandlung
  • Problemorientierte kognitive Diagnostik und abgeleitete Behandlungspläne bei Suchterkrankungen
  • Methoden zur Behandlung spezifischer psychischer Störungen
  • Internationale Klassifikation und Leitlinien: Was verändert sich für die Suchtbehandlung?
  • Neue Herausforderungen durch die Veränderung von Konsummustern
  • Innovative Entwicklungen in der Suchtbehandlung und in den verschiedenen Behandlungssettings
  • Wirksamkeit und Effizienz der stationären Suchtbehandlung in Deutschland: Antworten auf Herausforderungen
  • Spezifische Ziele und Methoden in der Behandlung des pathologisches Glücksspiels und pathologischen PC-/Internet-Gebrauchs
  • Ziele und Methoden: Besondere Herausforderung in der Drogenrehabilitation
  • Förderung der beruflichen und sozialen Teilhabe: eine beständige Herausforderung
  • Jüngere und ältere „Chronifizierte, multimorbide, polyvalente und substituierte Abhängige“ in der Soziotherapie: alte und neue Herausforderungen
  • Sehen die Leistungsträger einen Veränderungsbedarf hinsichtlich der Ziele und Methoden, welche Herausforderungen stellen sich aus Sicht der Behandler?

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

 

Der Bundeskongress des Fachverbandes Sucht e.V. steht 2013 unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt – Was bedeutet dies für die Suchtbehandlung?“

Der Mensch soll im Mittelpunkt einer moderner Drogen- und Suchtpolitik stehen, so das Credo der Nationalen Strategie der Drogenbeauftragten der Bundesregierung. In der Veranstaltung soll als Thema in den Mittelpunkt gerückt werden, was dies für die Suchtbehandlung bedeutet. Denn damit sind vielfältige Fragestellungen verbunden, hierzu gehören beispielsweise: Wie steht es um die Veränderbarkeit des Erlebens, wie lernfähig sind wir? Welche psychotherapeutischen Interventionen sind hilfreich, um Entwicklungen anzuregen? Wie entwickeln sich suchttherapeutische Verfahren? Wie wirken sich die neuen Medien aus, welche neuen Behandlungsbedarfe entstehen dadurch? Wie steht es um die Methodenvielfalt in der Suchtbehandlung? Stellen die Rahmenbedingungen sicher, dass der Mensch im Mittelpunkt stehen kann? Und nicht zuletzt: Wie steht es um die Mitarbeiter/innen in der Suchtbehandlung?

Im Einzelnen werden in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Postern folgende Themen behandelt:

  • Entwicklung und Veränderbarkeit des Gehirns aus neurobiologischer Sicht
  • Neuorientierung durch Psychotherapie – Grenzen und Möglichkeiten menschlicher Veränderungsprozesse
  • Stärkenorientierte Psychotherapie und gesundheitsfördernde Interventionen in Theorie und Praxis
  • Wie entwickeln sich die therapeutischen Verfahren in der Suchtbehandlung
  • Methodenvielfalt in der Suchtbehandlung
  • Der Mensch im Zeitalter der neuen Medien aus klinischer Sicht
  • Anforderungen an die Suchtbehandlung aus ökonomischer Perspektive
  • Reha – Auftrag und Komplexität der Suchtbehandlung – Ein Widerspruch?
  • Der Mensch im Mittelpunkt – Anforderungen und Perspektiven für die Suchtbehandlung aus Sicht der Leistungsträger und der Behandler
  • Entwicklungen in der ambulanten und ganztägig ambulanten Behandlung
  • Fortschritte in der Therapie des Pathologischen Glücksspiels und des Pathologischen PC-/Internetgebrauchs
  • Der Mensch im Mittelpunkt der Drogenrehabilitation
  • Die Mitarbeiter im Mittelpunkt – Rahmenbedingungen der Suchtbehandlung
  • Inklusion, berufliche und soziale Teilhabe als Aufgabe der Suchtbehandlung
  • Mittendrin statt dabei? – Menschen in der Soziotherapie

Programm und Beiträge

Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und  veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

Die Jubiläumsveranstaltung steht unter dem Motto „Meilensteine der Suchtbehandlung – 25 Jahre Heidelberger Kongress“. Bereits seit einem Vierteljahrhundert bietet der Heidelberger Kongress des Fachverbandes Sucht e.V. einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Suchtbehandlung. Viele der bisherigen Kongressthemen, wie z.B. Abhängigkeit: Zwischen biochemischem Programm und steuerbarem Verhalten (1991), Ambulante und stationäre Suchttherapie – Möglichkeiten und Grenzen (1992), Therapieziele im Wandel (1993), Sucht und Erwerbsfähigkeit (1995), Indikationsstellung und Therapieplanung bei Suchterkrankungen (1999), Rehabilitation Suchtkranker – mehr als Psychotherapie! (2000), Qualität ist, wenn … – Qualitätsentwicklung in der Suchtbehandlung (2002), Integrierte Versorgung – Chancen und Risiken für die Suchtrehabilitation (2005), Lebensalter, Suchtformen und Behandlungspraxis (2008), Was bleibt? Nachhaltigkeit in der Suchtbehandlung (2011) haben nichts an ihrer Aktualität verloren und zur Weiterentwicklung der Suchtbehandlung beigetragen. Der diesjährige Kongress bietet zum einen Anlass, innezuhalten und sich auf wesentliche Aspekte der Behandlung und bedeutsame Veränderungen zu besinnen. Zum anderen wird er sich aber auch mit aktuellen und perspektivischen Erfordernissen und Entwicklungen befassen.

Im Einzelnen werden in Form von Plenumsvorträgen, Foren, Workshops und Postern folgende Themen behandelt:

Das Suchthilfesystem in Deutschland – Meilensteine aus Sicht der Suchtpolitik

  • Die Entwicklungen psychischer Belastungen und Herausforderungen in unserer modernen Lebens- und Arbeitswelt
  • Was Therapeuten über menschliche Veränderungs- und Entwicklungsprozesse wissen sollten
  • Meilensteine der Suchtbehandlung aus Sicht der Suchtselbsthilfe, der Leistungsträger, der Suchtforschung und Behandler
  • Zentrale Entwicklungen psychotherapeutischer Verfahren: Gestern, heute, morgen
  • Neue Erkenntnisse zum Zusammenhang von Körper, Psyche und Geist und deren Auswirkung auf die Behandlung
  • Meilensteine auf dem Weg zu einer differenzierten Suchtbehandlung
  • Meilensteine der Drogenrehabilitation und der Angebotsentwicklung von mehrfachbeeinträchtigten abhängigkeitskranken Menschen
  • Arbeit, Beruf und Suchtbehandlung: Wesentliche Entwicklungen und Erfordernisse
  • Unterstützungs- und Behandlungsangebote für Angehörige von Suchtkranken

Programm und Beiträge

Die Beiträge der Plenumveranstaltungen sind in der SuchtAktuell 02.12 veröffentlicht. Für nähere Informationen zu Plenumsveranstaltungen, Foren und veranstalteten Workshops wenden Sie sich bitte an sucht@sucht.de.

1987 1. Heidelberger Kongress:
„Irreguläre Therapiebeendigung – Panne oder Chance?“
1989 2. Heidelberger Kongress:
„Individualisierung der Suchttherapie“
1990 3. Heidelberger Kongress:
„Sucht und Psychosomatik“
1991 4. Heidelberger Kongress:
„Abhängigkeit zwischen biochemischem Programm und steuerbarem Verhalten“
1992 5. Heidelberger Kongress:
„Ambulante und stationäre Suchttherapie – Möglichkeiten und Grenzen“
1993 6. Heidelberger Kongress:
„Therapieziele im Wandel“
1994 7. Heidelberger Kongress:
„Qualitätssicherung in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker“
1995 8. Heidelberger Kongress:
„Sucht und Erwerbsfähigkeit“
1996 9. Heidelberger Kongress:
„Das ‚Beste’ für den Suchtkranken – Versorgungsstrukturen und Marktprinzipien“
1997 10. Heidelberger Kongress:
„Suchttherapie unter Kostendruck – Entwicklungen und Perspektiven“
1998 11. Heidelberger Kongress:
„Suchtbehandlung: EntScheidungen und NotWendigkeiten“
1999 12. Heidelberger Kongress:
„Indikationsstellung und Therapieplanung bei Suchterkrankungen“
2000 13. Heidelberger Kongress:
„Rehabilitation Suchtkranker – mehr als Psychotherapie!“
2001 14. Heidelberger Kongress:
„Die Zukunft der Suchtbehandlung: Trends und Prognosen“
2002 15. Heidelberger Kongress:
„’Qualität ist, wenn…’ – Qualitätsentwicklung in der Suchtbehandlung“
2003 16. Heidelberger Kongress:
„Sucht macht krank!“
2004 17. Heidelberger Kongress:
„Perspektiven für Suchtkranke: Teilhabe fördern, fordern, sichern“
2005 18. Heidelberger Kongress:
„Integrierte Versorgung: Chancen und Risiken für die Suchtrehabilitation“
2006 19. Heidelberger Kongress:
„Wirksame Therapie! Wissenschaftlich fundierte Suchtbehandlung“
2007 20. Heidelberger Kongress:
„Die Qualitäten der Suchtbehandlung“
2008 21. Heidelberger Kongress:
„Lebensalter, Suchtformen und Behandlungspraxis“
2009 22. Heidelberger Kongress:
„Suchtbehandlung passgenau!“
2010 23. Heidelberger Kongress:
„Integration oder Separation? Suchtbehandlung im Gesundheitssystem“
2011 24. Heidelberger Kongress:
„Was bleibt? Nachhaltigkeit in der Suchtbehandlung“