Verbreitung

Je nach Persönlichkeit und Organismus kann man auf psychoaktive Substanzen individuell anders reagieren. Und es gibt tatsächlich Leute, die auch nach wiederholtem Konsum verschiedener Pillen von sich sagen, außer einem leichten Kribbeln gar nichts zu merken. Ecstasy kann zugleich stimulierend und entspannend wirken. Typische Wirkungen, die von den Konsumenten/innen als angenehm erlebt werden sind folgende:

 

  • das Empfinden von Glücks- und Liebesgefühlen Entspannung
  • verstärkendes Gefühl der Nähe zu anderen Menschen
  • stimulierende Effekte
  • Beeinflussung des Körperempfindens. Konsumenten sprechen meistens von
  • einer Sensibilisierung, z. B. für Berührungen
  • Veränderungen in der optischen Wahrnehmung. Dies macht sich z.B. durch
  • intensivere, leuchtende Farben bemerkbar.
  • Die pharmakologische Wirkungsweise des Ecstasy (der Entaktogene) ist besonders gut am Beispiel des häufigsten Inhaltsstoffes 3,4-Methylendioxymethamphetamin (MDMA) untersucht.


Der Wirkungseintritt von MDMA beginnt etwa 30 Minuten nach Einnahme, die Effekte halten etwa 4-6 Stunden an (Halbwertzeit: circa 8 Std.). Die Pharmakokinetik von MDMA ist als nichtlinear beschrieben worden: eine geringfügige Erhöhung der Dosis (durch z.B. eine Tablette mit höherer MDMA-Konzentration) führt zu einem überproportionalen Anstieg der Plasma-Konzentration von MDMA. Bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol wurde ein 13 prozentiger Anstieg der Plasmakonzentration von MDMA gemessen. Auf die besonderen Gefahren der Kombination von Alkohol und Ecstasy sei hier kurz hingewiesen: Da MDMA die Sedierung durch Alkohol aufzuheben vermag, scheint die Selbstwahrnehmung eines betrunkenen Zustandes beeinträchtigt, die Konsumenten überschätzen leichter ihre Fähigkeiten und dürften trotz alkoholbedingter Fahrunfähigkeit eher am Straßenverkehr teilnehmen, als wenn sie in gleicher Menge nur alkoholische Getränke konsumiert hätten. Ecstasy bewirkt eine verstärkte Ausschüttung und Wiederaufnahmehemmung des Serotonins (5-HT) und bewirkt damit einerseits ein Überangebot ein Serotonin und andererseits eine übermäßige Metabolisierung und eine Entleerung der Serotoninspeicher. Neben dieser Hauptwirkung erhöht Ecstasy die Ausschüttung von Dopamin, Noradrenalin, Acetylcholin und Histamin und schafft eine ganze Reaktionskette von Wirkungen und Wechselwirkungen.
Schwere akute physische Komplikationen aufgrund des auch bei normaler Dosierung durch die pharmakologische Wirkungsweise bedingten Überangebots an Serotonin sind im Verhältnis zur Anzahl der Ecstasykonsumenten relativ selten, allerdings sind eine Reihe von Fällen mit tödlichem Ausgang beschrieben. Da das Überangebot an Serotonin die körperliche Thermoregulation stören kann, kühlen Menschen (aber auch Versuchstiere) während der MDMA-Akutwirkung in kalten Umgebungen übermäßig rasch ab, überhitzen aber in warmen Umgebungen leicht. In der aufgeheizten Athmosphäre einer Tanzveranstaltung kann die Überhitzung zu akuten Komplikationen führen (z.B. Bewußtseinsstörungen, Gerinnungsstörungen, Störungen von Leber- und Nierenfunktionen), die ohne und manchmal auch mit medizinischer Hilfe zum Tode führen können. Obwohl die akuten Notfälle und Todesfälle durch die beschriebenen Ursachen relativ selten sind, ist darauf hinzuweisen, dass es bei den über das Serotonin vermittelten Nebenwirkungen um ein Kontinuum von relativ milden bis heftigen körperlichen Reaktionen handelt. Die meisten Ecstasykonsumenten dürften dies in milder Form erleben, ohne dass sie durch schwere Komplikationen auffällig werden. Zerebrale Krampfanfälle, welche typischerweise in der Frühphase der Rauschwirkung auftreten, sind die häufigste neurologische Komplikation des Ecstasykonsums. In sehr seltenen Fällen sind bei Ecstasykonsumenten Hirninfarkte und Hirnblutungen diagnostiziert worden. Thomasius (2000) und Mitarbeiter untersuchten 107 Ecstasykonsumenten und 52 Kontrollprobanden und fanden Zusammenhänge der Lebenszeitdosis von Ecstasy mit der Prävalenz von Störungen durch psychotrope Substanzen nach ICD-10. Während bei nur rund 15% der Probanden mit einem Lebenszeitkonsum von unter 100 Ecstasytabletten z.B. psychotische Störungen durch psychotrope Substanzen festgestellt werden konnten, waren schon bei rund 29% der Probanden mit einem Konsum zwischen 100 und 499 Tabletten und bei sogar rund 47% der Probanden mit einem Konsum zwischen 500 und 2500 Tabletten diese Störungen zu diagnostizieren (Thomasius, 2000, S.113). Ecstasykonsum ist assoziiert mit erhöhter Depressivität; Ängstlichkeit; Impulsivität und Aggressivität Die Befundlage ist allerdings zum Teil auch widersprüchlich. Unklar bleibt auch bisher die Bedeutung des Beikonsums anderer Drogen, insbesondere Cannabis: Werden erhöhte Werte von Depressivität etc. bei Ecstasykonsumenten gefunden, kann letztlich noch nicht entschieden werden, ob eine Folge des Ecstasykonsums vorliegt oder ob die Merkmale bereits vor dem Ecstasykonsum vorhanden waren. Im Vergleich zu Kontrollen zeigten sich Ecstasykonsumenten - in einigen Studien auch dosisabhängig- besonders im Bereich des verbalen Gedächtnisses beeinträchtigt, zum Teil sogar bei recht moderatem Ecstasykonsum. Relative Leistungsbeeinträchtigungen werden auch für den Bereich des Arbeitsgedächtnisses berichtet. Dosisabhängig schädigt MDMA im Tierversuch serotonerge und in geringerem Maße auch dopaminerge Nervenendigungen. Serotonin spielt eine bedeutende Rolle u.a. in der Regulation von Stimmung, ängstlichkeit, Aggression, Impulsivität, sexueller Aktivität, Appetit, Schmerz, Schlaf, motorischer Aktivität und Körpertemperatur - seine Bedeutung für allgemeine kognitive Prozesse, Lernen, Gedächtnis und Konzentration wird bisher noch wenig verstanden.