Wirkung

Methamphetamin stimuliert das Zentrale Nervensystem, indem es die Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin anregt. Herztätigkeit und Blutdruck steigen an, Gefühle der Euphorie und bewussten Wachheit breiten sich aus, wobei Schlafbedürfnis, Hunger und Schmerzen unterdrückt werden. Außerdem steigen Bewegungs- und Rededrang sowie das Selbstwertgefühl. Konsumenten verlieren ihre sozialen Hemmungen, zeigen sich kontaktfreudig und sind sexuell angeregt. In niedrigen bis moderaten Dosen (5-30 mg) kann überdies eine kurzfristige Verbesserung der kognitiven Funktionen (z.B. Daueraufmerksamkeit) erzielt werden. Die Wirkung von Methamphetamin hält mit einer Dauer von 8-24 Stunden deutlich länger an als bei anderen illegalen Drogen.

Der Konsum von hohen Dosen (Plasmakonzentration >100 µg/l) kann Bluthochdruck, Schweißausbrüche, Paranoia, motorische Unruhe, Nervosität, stark erhöhtes Redebedürfnis bzw. schneller, zusammenhangloser Redefluss, Aggressivität bis hin zur Gewalttätigkeit zur Folge haben. Daraus resultierende erhebliche psychische und verhaltensbezogene Störungen können ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellen, da die Gefahr der Unfälle, Totschlagsdelikte und Suizide ansteigt.

Symptome einer Überdosis (200-5.000 µg/l) zeigen sich in Pupillenerweiterung, Herzrasen, Bluthochdruck, schnelle Atmung sowie Zittern, Atemnot, Brustschmerzen, Fieber, Leber- und Niereninsuffizienz. Tödliche Dosen an Methamphetamin können akutes Herzversagen, Kammerflimmern, Durchblutungsstörungen, Lungenödeme, Lungenstauung, Gehirnblutungen, hohes Fieber, septische Infektionen sowie Erstickung an Erbrochenem zur Folge haben. Als tödliche Plasmakonzentration wird ein Wert von über 10.000 µg/l eingestuft, allerdings gibt es auch Überlebende bei 9.460 µg/l und Todesfälle bei 90 µg/l.[1]



[1] Reimer, J, Meier, J. & Schmidt, C. (2013). Illegale Drogen: Crystal Meth. In DHS (Hrg.), Jahrbuch Sucht 13 (S. 111-118). Lengerich: Pabst.