Vom Missbrauch zur Abhängigkeit

Bei häufigem Konsum von Methamphetamin wird die Wirkdauer kürzer und es werden immer höhere Dosen benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen (Toleranzentwicklung). Crystal beinhaltet somit ein hohes Abhängigkeitspotential. Verantwortlich dafür sind Up- und Down-Regulationen innerhalb verschiedener neuroadaptiver Prozesse. Da in Folge eines ausschweifenden Konsums mehrtägige Phasen der Wachheit und des Schlafentzugs auftreten können, wird häufig als Ausgleich von den Konsumenten auf Cannabis, Opiate, Benzodiazepine oder z.T. auch Antipsychotika zurückgegriffen, um sich die körperliche Erholung auf diesem Weg zu verschaffen.

Daneben führen Entzugssymptome wie Schlafstörungen, kognitive Beeinträchtigungen, Angst und depressive Symptome zu „Craving“ und zu erneutem Konsum.

Gefährlich ist überdies der Konsum im Sinne einer „Selbstmedikation“, häufig sind davon Menschen mit psychischen Problemen betroffen, die sich über die Droge zumindest kurzfristig Abhilfe von belastenden Emotionen und Lebensumständen verschaffen. Von daher besteht neben der körperlichen häufig auch eine psychische Abhängigkeit. So wird die Droge auch als Leistungsverstärker in Beruf, Studium oder Schule eingesetzt, da Methamphetamin kurzfristig die kognitiven Funktionen verbessern kann. Andere Konsumenten berichten, dass sie ohne den Konsum nicht mehr in der Lage seien, ihren Alltag zu bewältigen, ausreichend sexuelle Lust zu entwickeln oder auf Partys in „Feierlaune“ zu gelangen.