Verbreitung

Der Konsum von Ecstasy hat sich in Deutschland und in anderen europäischen Staaten auf einem zahlenmäßig hohem Niveau etabliert. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist Ecstasy heute seit den ersten Zeichen eines Booms Anfang der 90er Jahre die am meisten benutzte illegale Droge nach Cannabis. In bestimmten Jugendkulturen betragen die Aktualprävalenzen für den Konsum von Ecstasy und anderen sogenannten Partydrogen etwa das 10-fache der Werte der altersgleichen Bevölkerung.

Nach Repräsentativuntersuchungen hat in Deutschland jeder 25. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren Ecstasy konsumiert (Lebenszeitprävalenz: 4%) - diese recht hohe Verbreitung scheint seit 1997 weitgehend unverändert zu sein (Simon et al., 2001, S.36). Die Konsumerfahrung dürfte regional und szenetypisch weit höhere Zahlen erreichen, die durch Repräsentativuntersuchungen nicht erfasst werden. So untersuchten z.B. Tossmann et al. (2001) 3500 Besucher von Technoveranstaltungen in 7 europäischen Städten: Die Ecstasy-Lebenszeitprävalenzen bewegen sich von 30.5% (Rom) bis 83.4% (Amsterdam) - die Berliner Teilstichprobe erreichte 44.6% (S.10).

Während Frauen früher erste Ecstasyerfahrungen erleben, scheinen eher mehr Männer als Frauen Ecstasy zu konsumieren und weisen Männer auch eher höhere Lebenszeitdosen an Ecstasy auf. Die in Europa und jüngst auch in Nordamerika recht weite Verbreitung gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen scheint durch die enge Beziehung der Droge zu Partyszenen, aber auch eine noch weit verbreitete Auffassung gefördert worden zu sein, Ecstasy sei scheinbar eine sichere Droge und das Risiko sei mit Hilfe prophylaktischer Maßnahmen gegen die körperlichen Akuteffekte und mit getesteten Pillen beherrschbar.