Workshop: Wie geht es weiter --- mit der Behandlung Opiatabhängiger?

Anliegen des Workshops:

Opiatabhängigkeit ist eine besonders komplexe und schwere behandlungsbedürftige Erkrankung und geht mit einem hohen Anteil an somatischen und psychischen Störungen und mit massiven Beeinträchtigungen und Teilhabeproblemen im beruflichen, familiären und sozialen Gebiet einher. Faktisch hat sich die Substitution als dominierendes Behandlungssystem etabliert, dem die Mehrheit der Opiatabhängigen gegenüber einer abstinenzorientierten Rehabilitation derzeit den Vorrang gibt. Weniger als 5 % wechseln aus der Substitution in eine abstinenzorientierte Behandlung. Behandlungsangebote für Drogenabhängige werden als abstinenzorientierte Behandlung angeboten und in der Suchtrehabilitation umgesetzt, die mittlerweile durch die substitutionsgestützte Entwöhnungsbehandlung erweitert wurde.

Aus Sicht der veranstaltenden Suchtfachverbände liegen Herausforderungen für die Zukunft insbesondere darin, den Zugang zur Entwöhnungsbehandlung zu verbessern und dadurch die Teilhabechancen durch entsprechende Arbeitsmarktinstrumente und Förderungsangebote zu verbessern. Die Brückenbildung zwischen Substitution und Entwöhnungsbehandlung sollte deshalb aus ihrer Sicht zukünftig im Sinne einer integrierten und systemübergreifenden Behandlungsplanung deutlich ausgebaut werden.

Ziele des Workshops waren:

  • einen offenen Dialog über die Behandlung Opiatabhängiger führen,
  • die Bedeutung der Behandlung Drogenabhängiger im Gesamtsystem der Suchthilfe darstellen,
  • Wertsetzungen, Ziele der Behandlung und Hintergründe wie z.B. Teilhabeorientierung oder bio-psycho-soziales Modell“  herausarbeiten,
  • Schnittstellenprobleme identifizieren und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen,
  • die Indikationsstellung für unterschiedliche Angebote wird zielgruppenbezogen entwickeln,
  • Anreize zur Bildung von Netzwerken formulieren und der Mehrwert für alle Beteiligten verdeutlichen.

 

Tagungsdokumentation

Zur Epidemiologie der Opiat- und Drogenabhängigkeit in Deutschland (Dr Tim Pfeiffer-Gerschel)

Das Versorgungssystem für Opioidabhängige: Wer behandelt wen mit welcher Zielsetzung? (Jost Leune)

Zielgruppen und Methoden (Werner Heinz)

Die Rolle der Suchtberatung in der psychosozialen Betreuung (Uwe Zehr)

Substitutionsbehandlung - aus Sicht der Suchtmedizin (Hans-Günter Meyer-Thompson)

Qualifizierte Entzugsbehandlung bei Opiatabhängigkeit (Dr. Thomas Kuhlmann)

Opioid- und Drogenabhängigkeit in der stationären Entwöhnungsbehandlung (Martina Fischer)

Substitutionsgestützte Rehabilitation als zusätzliche Angebotsform (Ulrich Claussen)

Zusammenfassung der Beiträge (S. Schwarzer)

 

Kurzstatements zum Entwicklungsbedarfs

... aus Sicht der Gesetzlichen Krankenversicherung (Dr. Christoph Jonas Tolzin)

... aus Sicht der Bundesärztekammer (Dr. Christoph von Ascheraden)

... aus Sicht der Suchtfachverbände (Dr. Volker Weissinger)

 

Positionspapier

Positionspapier zur stärkeren Vernetzung von Substitution und Entwöhnungsbehandlung
Gemeinsame Stellungnahme Fachverband Sucht e.V. und Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. 

 

Substitutionslandkarte

Eine Landkarte mit (stationären und ganztägig ambulanten) Behandlungseinrichtungen, welche auch substitutionsgestützte Rehabilitation anbieten, finden Sie hier.

 

Veranstalter:

buss - Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V.
Caritas Suchthilfe e.V. (CaSu)
Gesamtverband für Suchthilfe e.V. (GVS) -Fachverband der Diakonie Deutschland
Fachverband Sucht e.V.
Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. 

 

Veranstaltungs-Flyer

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