Fortbildung "Rückfallprophylaxe und Rückfallmanagement"

Rückfallprophylaxe und Rückfallmanagement

Inhalte:
Rückfälle im Verlauf einer Abhängigkeitsbehandlung stellen verständlicherweise eine besonders schwere Entmutigung, sowohl für die betroffenen Patienten und ihre Angehörigen, als auch für die Therapeuten dar. Andererseits zeigen Forschungsergebnisse übereinstimmend, dass Rückfälle in der Regel kein prinzipielles Scheitern vorangegangener Behandlungsbemühungen bedeuten, sondern vielmehr normale Vorgänge auf dem Weg zu dauerhafter Abstinenz darstellen und Ausdruck kurzfristiger Überforderung der Betroffenen sind. Eine therapeutische Unterstützung in Form von gezieltem Umgang mit intra- bzw. interpersonellen Risikobedingungen, die die Rückfallgefahr erheblich steigern, gilt als ein fester Bestandteil einer evidenzbasierten Entwöhnungsbehandlung. Auch die Vermittlung eines mit Patienten gemeinsam erarbeiteten Vorgehens bei Rückfällen stellt eine effektive Hilfe dar.

In dem Seminar werden Vorgehensweisen vorgestellt, um das Thema Rückfall - unabhängig von der jeweiligen therapeutischen Ausrichtung - zu einem zentralen Behandlungsthema werden zu lassen: Neben Rückfalldiagnostik, -analyse und -modellvermittlung sowie Einbeziehung von Angehörigen u.a. sollen eine Reihe effektiver Verfahren erläutert und anhand von Videoaufzeichnungen demonstriert werden. Außerdem sollen spezifische Methoden, die das Rückfallrisiko bei Suchtkranken senken können, geübt werden. Hierzu zählen v.a. Ablehnungstraining, Expositionsübungen und Bewältigungstonbänder. Insgesamt wird ein erprobtes Vorgehen mit Rückfällen während der Behandlung vorgestellt, das den Patienten ermöglicht, sich kurzfristig zu stabilisieren, ihren Rückfall zu verstehen und zu akzeptieren, sowie daraus geeignete Konsequenzen für die Fortführung ihrer Behandlung abzuleiten. Durch eine aktive Beteiligung der Seminarteilnehmer sollen eine kreative Diskussion und sinnvoller Austausch über die Integrationsmöglichkeiten der vorgestellten Vorgehensweisen im Behandlungsalltag angeregt werden.

Literatur:
Marlatt, G. A. (1995). Relaps prevention: Theoretical rational and overview of model. In G. A. Marlatt & J. R. Gordon (Hrsg.) Relaps Prevention: Maintenance strategies in treatment of addictive behaviors (S. 3-70). New York, Guilford.
Lindenmeyer, J. (2008), Rückfallprävention, in J. Margraf (Hrsg.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 1 (2. Auflage), Berlin, Springer.

Teilnehmerzahl: bis 16 Personen
Teilnehmerkreis: Therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in (ganztägig) ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie in Fachkliniken für Abhängigkeitskranke
Zertifizierung: Die Zertifizierung als Fortbildungsveranstaltung wird bei ausreichender Nachfrage der Teilnehmer (Dipl.-Psychologen, Psychotherapeutische Psychotherapeuten, Ärzte) bei der Landespsychotherapeutenkammer NRW beantragt
Termin: Beginn: 04.11.2019, 11.00 Uhr
Ende: 05.11.2019, 17.00 Uhr
Kosten: ermäßigt (für FVS-Mitglieder):
bis 08.09.2019: € 275,00
ab 09.09.2019: € 295,00

regulär:

bis 08.09.2019: € 325,00
ab 09.09.2019: € 345,00

Bei Seminarbuchung ohne Übernachtung ist zunächst die gesamte Teilnehmergebühr zu entrichten. Erstattungen erfolgen ggf. nach dem Seminar (sh. Teilnehmerbedingungen).
Ort: Gustav-Stresemann-Institut
Bonn-Bad Godesberg
Referent:

Dr. Ahmad Khatib
Dipl.-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut
Leitender Psychologe salus klinik Friedrichsdorf, Friedrichsdorf/Taunus

Programm der Veranstaltung zum Download

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