Workshops

20. Juni 2018: 11.00 Uhr - 14.00 Uhr

"Eine Sucht kommt selten allein ..."

Organisation: Prof. Dr. J. Lindenmeyer 

In 7 Workshops stellen erfahrene Praktiker den therapeutischen Umgang mit komorbiden Störungen bei Suchtkranken vor. Um einen offenen und lebendigen, vielleicht auch kontroversen Dialog zu ermöglichen, ist die Teilnehmerzahl pro Workshop auf 20 Personen begrenzt. Es zählt die Reihenfolge der Anmeldungen.

Workshop 1: „Störung durch Störung“
L. Spengler, M. Spengler, B. Maasjost

Am Beispiel von Gewalt und bedrohlichem Verhalten wird erörtert, wie in einem Interdisziplinären Team eine gemeinsame Haltung im Umgang mit Suchtkranken mit Interaktionsstörungen bei Komorbiditäten erarbeitet und aufrecht erhalten werden kann.

Workshop 2: „Suchterkrankungen und dissoziative Störungen – Orientierungshilfen im Geflecht zweier schwieriger Krankheitsbilder“
Dr. M. Vogelgesang

Von den historischen Vorlesungen Charcots an der Salpetriere bis heute werden dissoziative Symptome nicht selten als eher „schillernde“ Auffälligkeiten eingestuft, welche es mitunter schwierig erscheinen lassen, zwischen Bewusstseinsferne und Bewusstseinsnähe zu differenzieren. Wie auch den Suchterkrankungen wird ihnen häufig mit Unverständnis begegnet. Der Workshop gibt Verständnishilfen zur Entstehung, Erkennung und Behandlung dissoziativer Symptome unter besonderer Berücksichtigung ihrer Zusammenhänge mit Suchtstörungen.

Workshop 3: „Cinematherapie in der stationären Suchtbehandlung“
P. Missel, P. Burkard

Seit der Stummfilmzeit gibt es Bemühungen, Filme therapeutisch zu nutzen. Im Workshop werden die grundlegenden Wirkmechanismen der Cinematherapie anhand ausgewählter praktischer Beispiele aus dem Suchtbereich exemplifiziert.

Workshop 4: „Zwischen Spielautomat und Flasche“
R. Schöneck

Dargestellt wird ein integriertes Behandlungskonzept für Patienten mit Suchtmittelabhängigkeit und pathologischem Glücksspiel. Im Fokus steht, wie der Spagat zwischen Therapiestrukturen und Regeln auf der einen und individuellen Therapieentscheidungen auf der anderen Seite gelingen kann.

Workshop 5: „ADHS bei Sucht“
PD Dr. T. Weber

Anhand der Ergebnisse einer eigenen Studie werden die Symptomatik von ADHS sowie die Interaktion mit Suchtmitteln und Komorbidität zu anderen psychischen Erkrankungen erläutert. Vorgestellt werden Möglichkeiten der Diagnostik, der Einsatz von Screening- Verfahren sowie die medikamentöse und gruppentherapeutische Behandlung im Rahmen einer Suchtklinik.

Workshop 6: „Mitgefühlsorientierte Interventionen in der Suchtbehandlung“
N. Tahmassebi

Mitgefühlsorientierte Interventionen mit Elementen aus der Compassion Focussed Therapie (CFT) oder dem Mindful-Self-Compassion (MSC) Ansatz können die therapeutische Arbeit mit Abhängigkeitskranken mit weiteren psychischen Störungen verbessern und ergänzen. Die Patienten lernen, ihre negativen Gefühle besser auszugleichen.

Workshop 7: „Von der Entwicklungsstörung in die Sucht“
M. Abu Khatir, M. Krämer, M. Pippel

Vorgestellt wird ein Therapieprogramm für junge Erwachsene mit Drogenabhängigkeit mit konkreten Interventionen aus der Praxis.

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