QM / Zertifizierungsverfahren

Die Qualität bestehender und zukünftiger Behandlungsangebote für Menschen mit substanzbezogenen Störungen zu fördern, stellt eine der zentralen Aufgaben des Fachverbandes Sucht e. V. (FVS) dar. Neben Ansätzen der externen Qualitätssicherung durch die Leistungsträger gewinnen in den letzten Jahren zunehmend einrichtungsinterne Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren an Bedeutung. Diese werden auch vom Gesetzgeber z. B. im Rahmen des § 137d SGB V oder des § 20 SGB IX gefordert. Die Leistungserbringer werden darin verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement sicherzustellen, das durch zielgerichtete und systematische Verfahren und Maßnahmen die Qualität der Versorgung gewährleistet und kontinuierlich verbessert. Ferner müssen stationäre Rehabilitationseinrichtungen sich zertifizieren lassen.

Der FVS ist Herausgeber von zwei QM-Zertifizierungs-Verfahren (s. 1. und 2.) und hat an einem weiteren Verfahren (s. 3.) mitgewirkt.

 

1. FVS/DEGEMED-Verfahren im Bereich der medizinischen Rehabilitation für die Indikationsbereiche "Abhängigkeitserkrankungen" und "Psychosomatik" (ganztägig ambulante, stationäre Einrichtungen)

Seit der Veröffentlichung des Auditleitfadens Version 1.0 nach FVS/DEGEMED im Juni 2001 hat sich das FVS/DEGEMED-Zertifzierungsverfahren für den Bereich "Abhängigkeitserkrankungen" bewährt und wurde bereits in der Vorläuferversion 4.0 auf den Bereich "Psychosomatik" ausgeweitet. Die neue Version 5.0 ist sowohl für stationäre (inkl. Adaption) und ganztägig ambulante Einrichtungen in diesen Indikationsbereichen entwickelt worden. Sofern es entsprechende einrichtungsbezogene Besonderheiten zu berücksichtigen gibt, wird im Auditleitfaden darauf hingewiesen.

Im Mittelpunkt der FVS/DEGEMED-Zertifizierung steht die Bewertung der gesamten Rehabilitationseinrichtung. Ziel ist nich die Beurteilung einzelner Maßnahmen und Leistungen, sondern die Betrachtung und Bewertung der funktionalen Vernetzung der allgemeinen mit den klinik- bzw. einrichtungsspezifischen Qualitätsmanagement-Anforderungen. Damit werden eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen und eine transparente Darstellung ihrer Leistungen erreicht.

Die starke Prozess- und Ergebnisorientierung des Verfahrens wird in den beiden derzeit gültigen Versionen (vierte und fünfte Version) betont. Aufgrund der Revision der DIN EN ISO 9001:2008 im September 2015 erfolgte eine Überarbeitung des FVS/DEGEMED Auditleitfadens 4.0 - der neben der neuen Version 5.0 - nochmit einer dreijährigen Übergangsfrist noch bis zum 14. September 2018 weiterhin gültig ist.

Der FVS/DEGEMED Auditleitfaden 5.0 basiert auf der neuen DIN EN ISO 9001:2015 als einer weltweit anerkannten, weitest verbreiteten und bei den Patienten am meisten bekannten Norm mit qualitativ höchsten Anforderunge. Ferner enthält er die durch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) erarbeiteten "Grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für stationäre Rehabilitationseinrichtungen nach § 20 SGB IX" vom 1. September 2009 - hier in der aktualisierten Version vom 30. April 2015.

Darüber hinaus sind reha-spezifische Qualitätskriterin enthalten (z.B. Orientierung an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Besundheit [ICF]) und bestehende Ansätze zur Qualitätssicherung in der medizinischen Rehabilitation (z.B. Qualitätssicherungsgrogramm der Rentenversicherungsträger) in das Verfahren integriert. Es handelt sich um ein lernendes Zertifizierungsverfahren, welches auch entsprechende Veränderungen berücksichtigt.

So wurden die im Umgang mit dem FVS/DEGEMED-Zertifizierungsverfahre gewonnenen praktischen Erfahrungen, wie auch aktuelle Entwicklungen in der Entwöhnungsbehandlung und Psychosomatik der letztenJahre aufgegriffen, um auch die Version 5.0 des Auditleitfadens aktuell, praxisnah und damit für alle Rehabilitationseinrichtungen relevant zu gestalten.

Bei der Entwicklung des Verfahrens wurde mit ausgewählten und kompetenten Zertifizierungsunternehmen zusammengearbeitet. Diese können auch das externe Audit durchführen und sind berechtigt - bei Erfüllen der entsprechenden Kriterien - Zertifikate zu erteilen. Hierbei handelt es sich um folgende Gesellschaften: EQ Zert, LGA InterCert GmbH, DIOcert.

Das Verfahren ist in den Versionen 4.0 und 5.0 von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation nach Prüfung offiziell nach § 20 II a SGB IX anerkannt, der FVS ist hierfür die herausgebende Stelle.

Der FVS hat ein spezielles Logo entwickelt, welches nur stationäre Rehabilitationseinrichtungen verwenden können, die a) auf Grundlage des von der BAR anerkannten Zertifizierungsverfahren nach FVS/DEGEMED Auditleitfaden 4.0 bzw. Auditleitfaden 5.0 zertifiziert wurden, und welche b) in der Datenbank der BAR (www.bar-frankfurt.de) zur Vereinbarung nach § 20 ABs. 2a SGB IX in der Liste "Zertifizierte stationäre Reha-Einrichtungen" aufgeführt sind. Das Logo kann bei der Geschäftsstelle des FVS (sucht@sucht.de) von den entsprechenden Reha-Einrichtungen angefordert werden. 

tl_files/pdf/Logos/B-mit-BAR.jpg

Von Nichtmitgliedern des FVS wird bei Nutzung des FVS/DEGEMED-Verfahrens eine Lizenz-/Nutzungsgebühr von 1.000,00 € erhoben. Diese fällt pro Zertifizierungszeitraum von drei Jahren an.

 

Auditleitfäden: Medizinische Rehabilitation für die Bereiche "Abhängigkeitserkrankungen" und "Psychosomatik" 4.0 und 5.0 (Download)

 

Die aktuellen Auditleitfäden für die Bereiche "Abhängigkeitserkrankungen" und "Psychosomatik" (stationäre und ganztägig ambulante Einrichtungen) FVS/DEGEMED stehen in den aktuell gültigen Fassungen als Download zur Verfügung:

  • Auditleitfaden 4.0 (Gültigkeitsdauer bis 14. September 2018)
  • Auditleitfaden 5.0 (Gültigkeit ab 22. Juni 2016)
  • Zudem kann bei unserer Geschäftsstelle (sucht@sucht.de) von Einrichtungen, welche das Verfahren einsetzen, ein Word-Dokument abgerufen werden, in das auch Bemerkungen zu den einzelnen Items eingefügt werden können. Des Weiteren können Sie eine Überleitungsliste (s. Download) abrufen, welche den Bezug der Version 4.0 zur neuen Version 5.0 aufzeigt.

Weitere Downloads:

 

2. FVS-Verfahren "QM-/Zertifizierungsverfahren für den Bereich Soziotherapeutische Einrichtungen für Suchtkranke (ambulante und stationäre Einrichtungen)"

Der Auditleitfaden für den Bereich "Soziotherapie chronisch Kranker" ist für ambulante und stationäre Einrichtungen entwickelt worden, er enthält wesentliche Elemente für den Aufbau und die Weiterführung eines Qualitätsmanagementsystems und trägt dazu bei, die Qualitätsentwicklung auf einer breiten Basis voranzutreiben.

Das Spektrum der zu Betreuenden in den soziotherapeutischen Einrichtungen ist groß. Es umfasst Bewohner, die aufgrund ihrer körperlichen, psychiatrisch-neurologischen und sozialen Mehrfachbeeinträchtigungen auf eine dauerhafte und intensive stationäre Betreuung und Behandlung angewiesen sind, wie auch Personen, die ein weitgehend autonomes Leben in einer eigenen Wohnung führen können, aber ambulante Hilfe in Form von Begleitung und Unterstützung in der alltagspraktischen Lebensgestaltung benötigen. Mit der Einführung eines strukturierten Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystems wird einerseits eine verbesserte Dokumentation der geleisteteten Arbeit gefördert und andererseits die kontinuierliche Verbesserung der bestehenden Konzepte unterstützt.

Aktuell sind zwei Versionen gültig:

Die Version 2.0 basiert auf der DIN EN ISO 9001:2008, welche noch für einen Übergangszeitraum bis zum 14. September 2018 weiterhin gültig ist.

Die neue Version 3.0 des Qualitätsmanagementverfahrens basiert auf der überarbeiteten DIN EN ISO 9001:2015. Mit der Version 3.0 wird das Verfahren nun erstmals in zwei Varianten angeboten: zum einen mit einer zusätzlichen DIN EN ISO-Zertifizierung, zum anderen auch ohne eine solche Zusatzzertifizierung. Der Unterschied besteht nicht in den inhaltlichen Anforderungen, sondern darin, dass bei einer zusätlichen DIN EN ISO-Zertifizierung über den allgemein verbindlichen dreijährigen Rezertifizierungs-Zyklus hinaus auch jährliche Überwachungsaudits erforderlich sind, welche durch eine externe Zertifizierungsgesellschaft durchzuführen sind.

Der FVS arbeit hierzu mit folgenden Gesellschaften zusammen: EQ ZERT, LGA InterCert GmbH und DIOcert GmBH.

Der FVS hat ein spezielles Logo entwickelt, welches von entsprechend zertifizierten Einrichtungen bei der Geschäftsstelle des FVS (sucht@sucht.de) angefordert werden kann:

tl_files/pdf/Logos/A-ohne-BAR.jpg

Auditleitfäden Soziotherapie 2.0 und 3.0 (Download)

Die beiden aktuellen Versionen des QM-Zertifizierungsverfahrens Soziotherapie sthen als Download zur Verfügung:

  • Version 2.0 (basiert auf DIN EN ISO 9001:2008, Gültigkeitsdauer bis September 2018)
  • Version 3.0 (basiert auf DIN EN ISO 9001:2015, Gültigkeit ab Mai 2016)

Zudem steht eine Überleitungstabelle von der Version 2.0 zur Version 3.0 als Download zur Verfügung.

Eine Auditliste zur Version 3.0, in welche auch Bemerkungen zu den verschiedneen Items eingetragen werden können, kann zudem von den Einrichtungen, welche das Verfahren anwenden, bei der Geschäftsstelle des FVS (sucht@sucht.de) angefordert werden.

Von Nichtmitgliedern des FVS wird bei Nutzung des FVS/DEGEMED-Verfahrens eine Lizenz-/Nutzungsgebühr von 1.000,00 € erhoben. Diese fällt pro Zertifizierungszeitraum von drei Jahren an. 

 

3. BDPK/IQMP-Reha

Des Weiteren hat der Fachverband Sucht e. V. gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V. (BDPK) und dem Institut für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (IQMG) einen indikationsspezifischen Katalog im Rahmen des IQMP-Reha (Integriertes Qualitätsmanagementprogramm-Reha) entwickelt. Das IQMP-Reha ist ein integriertes Verfahren für Qualitätsmanagement, dessen Ausgangspunkt das EFQM-Modell mit seinen entsprechenden Kriterien, Teilkriterien und Orientierungspunkten darstellt. Auch dieses ist von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation anerkannt worden.

Das Verfahren ist modular aufgebaut und lässt eine flexible Anwendung für die Einrichtungen zu und es kann damit an den Entwicklungsstand der einzelnen Einrichtung angepasst werden. Das Manual zum IQMP-Reha kann bezogen werden beim:

Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel.: 030-2400899-0
Fax: 030-240089930
E-Mail: info@bdpk.de
Internet: www.bdpk.de

Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des BDPK und des IQMG.