Leitlinien und Therapiestandards
1. AWMF Leitlinien zu substanzbezogenen Störungen
Seit September 2000 werden im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Federführung der
- Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht e.V.; Koordination: Prof. Dr. Schmidt) und der
- Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPM e.V.; Koordination: Prof. Dr. Gastpar)
Behandlungsleitlinien für substanzbezogene Störungen erarbeitet.
Weiterhin beteiligte Fachgesellschaften sind
- Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (AÄGP)
- Berufsverband Deutscher Psychiater e.V. (BVDP) Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V. (BVDN)
- Deutsche Rentenversicherung Bund
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin(DGPM)
- Deutsche Gesellschaft für innere Medizin (DGIM)
- Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM)
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (DGKJPP)
- Deutsche Suchtmedizinische Gesellschaft
- Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
- Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie
- Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V. (DG-SAS)
- Fachverband Sucht e.V.
- Für die Selbsthilfeorganisation
- Guttempler in Deutschland (I.O.G.T.)
Als Ziel der Leitlinien wurde zunächst die Beschreibung des aktuellen Standes der wissenschaftlich begründeten und evidenzbasierten Medizin (EbM) in der Suchttherapie definiert. Dabei werden Leitlinien als "systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen angesehen" (AWMF).
- AWMF-Leitlinie: Postakutbehandlung alkoholbezogener Störungen
- Akutbehandlung alkoholbezogener Störungen
- Postakutbehandlung bei Störungen durch Opioide
(aus "Sucht", Jahrgang/Volumen 50/Heft/Number 4/August 2004 - Genehmigung zur Veröffentlichung liegt vor) - AWMF-Leitlinie: Cannabis-bezogene Störungen
- AWMF-Leitlinie: "Riskanter schädlicher und abhängiger Alkoholkonsum: Screening, Diagnostik, Kurzintervention"
- AWMF-Leitlinie: "Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain, Amphetamine, Exstasy und Halluzinogene"
- AWMF-Leitlinie: "Tabakbedingte Störungen 'Leitlinie Tabakentwöhnung'"
2. Behandlungs-/Therapiestandards in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker
2.1 Deutsche Rentenversicherung Bund: Therapiestandards in der Medizinischen Rehabilitation Indikationsbereich Alkoholabhängigkeit (Leitlinienprojekt)
Die Deutsche Rentenversicherung hat Behandlungsstandards in Form von Prozessleitlinien für verschiedene Indikationsbereiche entwickelt. Diese dienen als Entwicklungshilfen für die Behandlung und sollen einen Beitrag zur Verminderung von Versorgungsdefiziten sowie zur Transparenz des Leistungsgeschehens leisten. Anhand der Klassifikation therapeutischer Leistungen soll geprüft werden, ob eine standardgerechte Behandlung stattgefunden hat. Den Reha-Einrichtungen werden entsprechende Auswertungen regelmäßig zur Verfügung gestellt. Näheres hierzu wie eine Übersicht über entsprechende Indikationsbezogene Therapiestandards (Leitlinien) finden Sie hier.
Im Rahmen des Projektes wurde im Bereich Alkoholabhängigkeit zunächst eine Literaturrecherche von Prof. Soyka und Frau Dr. Bottlender an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. Ferner fanden 2 Expertenworkshops zur Ausgestaltung evidenzbasierter Therapiemodule statt.
Die Literaturanalyse finden Sie hier.
3. Stellungnahmen des Fachverbandes Sucht e.V. zu Leitlinien/ Therapiestandards
3.1 Leitlinien und Ihre Bedeutung für die Suchthilfe in Deutschland: Statement des Fachverbandes Sucht e.V.
In der Ausgabe "Sucht aktuell" 2/2006 nehmen Dr. Volker Weissinger und Ralf Schneider aus Sicht des Fachverbandes Sucht e. V. Stellung zu den Leitlinien und ihrer Bedeutung für die Suchthilfe in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen hierbei die AWMF-Leitlinien zu substanzbezogenen Störungen. Die Autoren beschreiben allgemeine Anforderungen an sowie mögliche positive und negative Effekte von Leitlinien und gehen anschließend dezidiert auf die einzelnen vorgelegten Leitlinien (z. B. Screening und Kurzintervention, Akutbehandlung, Postakutbehandlung, Tabakabhängigkeit etc.) ein. Deutlich wird, dass aus den Leitlinien ein erheblicher Diskussions- und Handlungsbedarf resultiert. Die Autoren sind davon überzeugt, dass an den Behandlungsleitlinien substanzbezogener Störung keiner der Akteure in der Suchtkrankenhilfe und -behandlung zukünftig mehr vorbeikommen wird.
3.2 Stellungnahme des Fachverbandes Sucht e.V. zur Konsultationsfassung der Leitlinie für die Rehabilitation bei Alkoholabhängigkeit (Stand: 06.02.2009)
Der Fachverband Sucht e.V. hat zur Konsultationsfassung (Stand vom 06.02.2009) der Leitlinie eine Stellungnahme verfasst, welche auf grundsätzliche Aspekte (z.B. Stellenwert dieser Prozessleitlinien / Behandlungsstandards, Evidenzbasierung der Leitlinie) der damaligen Version ebenso eingeht wie auf spezifische Vorgaben.
4. Leitlinie zur sozialmedizinischen Beurteilung bei Abhängigksitserkrankungen (Stand: 20.04.2010)
Hier finden Sie die aktualisierte Version der Leitlinie zur sozialmedizinischen Beurteilung bei Abhängigkeitserkrankungen der Deutschen Rentenversicherung. Diese gibt einen Überblick über Störungsbilder, das biopsychosoziale Modell, die Beurteilung und des Leistungsvermögens. Sie enthält ferner Empfehlungen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und umfangreiche Anlagen.
Aktuelle Meldungen
15.12.2011 09:40
Fachverband Sucht e.V. fordert Anhebung des Reha-Budgets im Bereich der medizinischen Rehabilitation
13.12.2011 10:05
Basisdokumentation 2010 veröffentlicht
26.10.2011 08:22
"Gutachten zur aktuellen und perspektivischen Situation der Einrichtungen im Bereich der medizinischen Rehabilitation"
16.08.2011 11:35
