Leitlinien und Therapiestandards

1. AWMF Leitlinien zu substanzbezogenen Störungen
Aktuell wurden im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Federführung der

  • Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-Sucht e.V.) und der
  • Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPM e.V.)

die Behandlungsleitlinien für "Alkohol" (Koordination: Prof. Dr. Karl Mann) und "Tabak" (Koordination: Prof. Dr. Anil Batra) publiziert.

Die AWMF S3-Leitlinien "Screening, Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen" (076-001) und "Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakgebrauchs" (076-006) sind heute im AWMF-Register online unter nachstehenden Links erschienen.


076/001 "Screening, Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen"

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/076-001.html


und 


076/006 "Screening, Diagnostik und Behandlung des schädliche und abhängigen Tabakkonsums"

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/076-006.html

Beide Leitlinien werden in Kürze auch auf den Webseiten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) eingestellt. Die Buchversionen werden in der zweiten Jahreshälfte im Springer-Verlag erhältlich sein.

 

Weiterhin beteiligte Fachgesellschaften sind beispielsweise

  • Allgemeine Ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie (AÄGP) 
  • Berufsverband Deutscher Psychiater e.V. (BVDP) Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V. (BVDN)
  • Bundespsychotherapeutenkammer
  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin(DGPM)
  • Deutsche Gesellschaft für innere Medizin (DGIM)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM)
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (DGKJPP)
  • Deutsche Suchtmedizinische Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW)
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
  • Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie
  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe e.V. (DG-SAS)
  • Fachverband Sucht e.V.
  • Guttempler in Deutschland (I.O.G.T.)

 

Als Ziel der Leitlinien wurde zunächst die Beschreibung des aktuellen Standes der wissenschaftlich begründeten und evidenzbasierten Medizin (EbM) in der Suchttherapie definiert. Dabei werden Leitlinien als "systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen angesehen" (AWMF).

Die Gültigkeitsdauer der weiteren substanzbezogenen Behandlungsleitlinien in Deutschland (z.B. Cannabisbezogene Störungen, Medikamentenabhängigkeit), welche im Jahr 2006 publiziert wurden (Schmidt, L.G. et al. [Hg.]: Evidenzbasierte Suchtmedizin - Behandlungsleitlinie Substanzbezogene Störungen, Köln 2006) ist mittlerweile abgelaufen. Von daher würde auch deren Überarbeitung anstehen.

 

2. Behandlungs-/Therapiestandards in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker


2.1 Deutsche Rentenversicherung Bund: Reha-Therapiestandards in der Medizinischen Rehabilitation Indikationsbereich Alkoholabhängigkeit (Leitlinienprojekt)
Die Deutsche Rentenversicherung hat Behandlungsstandards in Form von Prozessleitlinien für verschiedene Indikationsbereiche entwickelt. Diese dienen als Entwicklungshilfen für die Behandlung und sollen einen Beitrag zur Verminderung von Versorgungsdefiziten sowie zur Transparenz des Leistungsgeschehens leisten. Anhand der Klassifikation therapeutischer Leistungen wird geprüft, ob eine standardgerechte Behandlung stattgefunden hat. Den Reha-Einrichtungen werden entsprechende Auswertungen regelmäßig zur Verfügung gestellt. Näheres hierzu wie eine Übersicht über entsprechende Indikationsbezogene Therapiestandards (Leitlinien) finden Sie hier.

Im Rahmen des Projektes wurde im Bereich Alkoholabhängigkeit zunächst eine Literaturrecherche von Prof. Soyka und Frau Dr. Bottlender an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. Ferner fanden 2 Expertenworkshops zur Ausgestaltung evidenzbasierter Therapiemodule statt.
Die Literaturanalyse finden Sie hier.

Derzeit wird an der Überarbeitung der Reha-Therapiestandards "Alkoholabhängigkeit" gearbeitet.



3. Stellungnahmen des Fachverbandes Sucht e.V. zu Leitlinien/ Therapiestandards

 
3.1 Leitlinien und Ihre Bedeutung für die Suchthilfe in Deutschland: Statement des Fachverbandes Sucht e.V.
In der Ausgabe "SuchtAktuell" 2/2006 nahmen Dr. Volker Weissinger und Ralf Schneider aus Sicht des Fachverbandes Sucht e. V. Stellung zu den Leitlinien und ihrer Bedeutung für die Suchthilfe in Deutschland. Im Mittelpunkt standen hierbei die AWMF-Leitlinien zu substanzbezogenen Störungen. Die Autoren beschreiben allgemeine Anforderungen an sowie mögliche positive und negative Effekte von Leitlinien und gehen anschließend dezidiert auf die einzelnen vorgelegten Leitlinien (z. B. Screening und Kurzintervention, Akutbehandlung, Postakutbehandlung, Tabakabhängigkeit etc.) ein. Deutlich wird, dass aus den Leitlinien ein erheblicher Diskussions- und Handlungsbedarf resultiert. Die Autoren sind davon überzeugt, dass an den Behandlungsleitlinien substanzbezogener Störung keiner der Akteure in der Suchtkrankenhilfe und -behandlung zukünftig mehr vorbeikommen wird. Dies wird auch für die neuen Leitlinien "Alkohol" und "Tabak" zutreffen.


3.2 Stellungnahme des Fachverbandes Sucht e.V. zur Überarbeitung der Reha-Therapiestandards "Alkoholabhängigkeit" (Stand: 19.03.2014)
Der Fachverband Sucht e.V. hat zur anstehenden Überarbeitung der Reha-Therapiestandards eine Stellungnahme verfasst, welche den verantwortlichen Stellen zugeleitet wurde.

 

4. Leitlinie für die sozialmedizinische Beurteilung bei Abhängigksitserkrankungen (April 2010)

Hier finden Sie die aktualisierte Version der Leitlinie für die sozialmedizinische Beurteilung bei Abhängigkeitserkrankungen der Deutschen Rentenversicherung. Diese gibt einen Überblick über Störungsbilder, das biopsychosoziale Modell, die Beurteilung und des Leistungsvermögens. Sie enthält ferner Empfehlungen für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und umfangreiche Anlagen.