Fortbildung "Pathologischer PC / Internetgebrauch - Krankheitsmodell, diagnostische und therapeutische Ansätze"
17.09.2012 - 18.09.2012
Der pathologische PC-/Internet-Gebrauch erregt seit einiger Zeit starkes fachliches wie öffentliches Interesse. Bis vor wenigen Jahren war diese psychische Störung nahezu unbekannt, mittlerweile wurden spezifische Diagnose- und Therapiemodelle entwickelt: In dem Seminar wird das diagnostische und therapeutische Vorgehen der AHG Klinik Münchwies, die betroffene PatientInnen seit über 10 Jahren behandelt, praxisnah
dargestellt und anhand von Fallbeispielen und Therapiematerial erläutert.
Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen normalem, problematischen und pathologischen PC-Konsum als Gaming (MMORPG – Massively Multiplayer Online Role-Playing Games), Chatting und Surfing. Im Zentrum steht die klinisch relevante Form des pathologischen PC-Konsums, wie er im Rahmen der stationären Rehabilitation behandelt wird. Der problematische Umgang mit dem neuen Medium PC/Internet wird nicht nur als dysfunktionales Reiz-Reaktionsmuster im Rahmen einer ‚online- Sucht’ begriffen, sondern als eine tiefgreifende Störung der Beziehungs- und Selbstwertregulation. Die diagnostischen Kriterien und Komorbidität zu anderen psychischen Erkrankungen werden dargestellt. Überproportional häufig sind komorbide depressive Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen.
Wichtige Behandlungsziele bestehen im Abbau der zugrundeliegenden intrapsychischen und interpersonellen Defizite. Das Therapieprogramm beruht auf einem kognitivverhaltenstherapeutischen Ansatz, der bindungstheoreti-sche Perspektiven integriert. Im Zentrum stehen Ressourcenorientierung, Analyse der Bindungserfahrungen in der realen und virtuellen Welt, Erkundung der Interdependenzen, Berücksichtigung der starken emotionalen Bindung an die PC-Welt (Ich-Syntonie), nicht-konfrontative Motivierungsstrategien, Psychoedukation, Ausbau der Erlebensfähigkeit, der sozialen Kompetenz und der Selbstwertregulierung. Aus dem methodischen Spektrum der Suchttherapie wurden die motivationale Bearbeitung der Ambivalenz hinsichtlich der Abstinenz vom dysfunktionalen PC-Konsum entlehnt, sowie Strategien zur Rückfallprophylaxe und zum Aufbau von Bewältigungskompetenzen.
| Teilnehmerzahl: | bis 16 Personen | ||
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| Teilnehmerkreis: | Therapeutisch tätige Mitarbeiter/innen in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen sowie in Fachkliniken für Abhängigkeitskranke und niedergelassene Psychotherapeuten |
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| Zertifizierung: | Die Zertifizierung als Fortbildungsveranstaltung bei der Landespsychotherapeutenkammer NRW ist beantragt. | ||
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| Termin: | Beginn: 17.09.2012, 11.00 Uhr Ende: 18.09.2012, 17.00 Uhr |
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| Kosten: |
ermäßigt (für FVS-Mitglieder):
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| Ort |
Gustav-Stresemann-Institut Bonn-Bad Godesberg |
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| Referent: |
Holger Feindel |
Programm der Veranstaltung zum Download
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