Hinweise zu Beratungs- und Behandlungsangeboten

Im nachfolgenden erhalten Sie Hinweise darüber, was man als Betroffener tun kann und an wen man sich als Betroffener oder Angehöriger wenden kann.
 

Was kann ich als Betroffener tun?

 

Der Weg aus der Abhängigkeitserkrankung

Es gibt wirkungsvolle Behandlungsangebote, um sich aus dem Teufelskreis der Sucht zu befreien.
 

Schritt 1: Eingeständnis der Abhängigkeit

Der 1. und wichtigste Schritt ist, sich einzugestehen, dass man möglicherweise abhängig geworden ist und Hilfe benötigt.
 

Schritt 2: Suche nach Unterstützung

Wenn man bereit ist, sich Unterstützung zu suchen, kann man sich zunächst an eine ambulante Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen wenden. Entsprechende Adressen finden Sie entweder im Telefonbuch oder Sie können diese über das Gesundheitsamt bzw. das bundesweite Informationstelefon zur Suchtvorbeugung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (0221/89 20 31) erfragen (s. 1.2.2).
Auch Selbsthilfegruppen bieten wichtige Hilfen für Betroffene und Angehörige an.
 

Schritt 3: Kontakt zu ambulanten Beratungsangeboten

Nach telefonischer Abklärung eines Termins führen Sie ein erstes persönliches und streng vertrauliches Gespräch mit einem Berater/einer Beraterin, in dem Sie die Möglichkeit haben, Informationen zu bekommen und ihre persönliche Situation darzulegen. Gemeinsam wird dann das weitere Vorgehen besprochen. Beispielsweise wird mit Ihnen und unter Einbezug eines Arztes abgeklärt, ob zunächst ein stationärer oder ambulanter Entzug erforderlich ist. Möglicherweise werden einige Beratungstermine vereinbart, bzw. die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe empfohlen. Es kann sich aber auch herausstellen, dass eine längerfristige (ganztägig) ambulante bzw. stationäre Behandlung notwendig ist.

Über entsprechende Beratungsangebote in Ihrer näheren Umgebung können Sie sich wie folgt informieren:
  • Ambulante und stationäre Behandlungsangebote von Mitgliedseinrichtungen des Fachverbandes Sucht finden Sie unter unserer Rubrik "Einrichtungen/Behandlung" auf dieser Seite.
  • Über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können Sie ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen in Ihrer näheren Umgebung unter der Internet-Adresse www.bzga.de aufrufen. Sie können diese auch telefonisch über das bundesweite Informationstelefon zur Suchtvorbeugung der BZgA erfragen unter der Rufnummer 0221/89 20 31 (täglich von 10 - 22 Uhr).
  • Unter der Internet-Adresse der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V. können Sie ebenfalls bundesweite Adressen von ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen im Internet unter www.dhs.de abrufen.
  • Raucher können sich unter der Hotline zur Raucherentwöhnung des Deutschen Krebsforschungszentrums telefonisch beraten lassen. Das Rauchertelefon hat die Rufnummer 06221/42 42 00 (Montag bis Freitag 15 - 19 Uhr).

 

Schritt 4: Entzug

Der stationäre Entzug wird in der Regel von der Krankenversicherung finanziert und in psychiatrischen Einrichtungen oder auf den internistischen Stationen von Allgemeinkrankenhäusern durchgeführt. In den Akutkliniken gibt es einen Sozialen Dienst, mit dem man hinsichtlich einer weiterführenden Entwöhnungsbehandlung Kontakt aufnehmen kann. Dieser kann - wie auch eine ambulante Suchtberatungsstelle - das Antragsverfahren auf eine Entwöhnungsbehandlung beim zuständigen Leistungsträger einleiten.
 

Schritt 5: Antragsverfahren für eine Entwöhnungsbehandlung

(medizinische Rehabilitation)
Falls sich herausstellen sollte, dass für Ihre Gesundung und ein Leben jenseits der Abhängigkeit eine (ganztägig) ambulante oder eine stationäre Behandlung erforderlich ist, wird die Beratungsstelle bzw. der Sozialdienst alle notwendigen weiteren Schritte gemeinsam mit Ihnen veranlassen. Hierzu gehören:
  • Erstellung eines Sozialberichtes
  • Einholen eines ärztlichen Gutachtens
  • Klärung der Kostenübernahme
Der von Ihnen unterschriebene Antrag wird dann mit den erforderlichen Unterlagen dem zuständigen Leistungsträger zugestellt. Dieser ist bei erwerbstätigen Personen in der Regel die Rentenversicherung, bei Familienangehörigen oder Rentnern in der Regel die Krankenversicherung. Der angeschriebene Leistungsträger begutachtet innerhalb einer Frist von 14 Tagen den Antrag und entscheidet über die Bewilligung der Leistung, sofern er zuständig ist, oder er muss den Antrag - falls er sich für nicht zuständig hält - an den entsprechend zuständigen Leistungsträger weiterleiten (s. § 14 SGB IX). Wenn der Antrag bewilligt wird, bestimmt der Leistungsträger, ggf. unter Berücksichtigung entsprechender Vorschläge der Beratungsstelle bzw. des Antragstellers, eine Fachklinik. Falls der Versicherte, aus nachvollziehbaren Gründen eine andere Behandlungseinrichtung wünscht, kann er im Rahmen des Wunsch- und Wahlrechts (§ 9 SGB IX) Widerspruch einlegen. Nach Festlegung der Behandlungseinrichtung wird diese dann den Zeitpunkt für die Aufnahme mitteilen.
Adressen von Behandlungseinrichtungen des FVS finden Sie auf dieser Seite unter der Rubrik "Einrichtungen/Behandlung".
 

Schritt 6: Der Aufenthalt in einer Fachklinik

In der Fachklinik erwartet Sie ein persönlich ausgerichtetes, qualifiziertes Behandlungsangebot. Ein Bezugstherapeut steht Ihnen als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung. In der Klinik arbeiten multiprofessionelle Teams unter ärztlicher Anleitung, die mit Ihnen Perspektiven hinsichtlich persönlicher, sozialer und beruflicher Fragen entwickeln. Die Erfolge der Behandlung, welche durchschnittlich je nach individuellem Bedarf in der Regel 8 bis zu 16 Wochen bei einer Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten dauern kann, sind nicht nur durch persönliche Rückmeldungen ehemaliger Patienten/innen, sondern auch durch viele wissenschaftliche Untersuchungen belegt.
 

Schritt 7: Die Zukunft: Die Zeit nach der Behandlung

Auch nach einer stationären Behandlung steht Ihnen die ambulante Beratungs- und Behandlungsstelle im Rahmen einer Nachbetreuung bzw. nachstationären Weiterbehandlung zur Verfügung und unterstützt Sie bei Ihrem weiteren Lebensweg. Es empfiehlt sich darüber hinaus, mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, im Rahmen einer Selbsthilfegruppe zu sprechen. Die Festigung der erlebten persönlichen und sozialen Veränderungen und eines zufriedenen Lebens ohne Abhängigkeit steht nun im Mittelpunkt.
 

Wohin können sich Betroffene/Angehörige wenden?

 

Einrichtungen/Behandlung

Der FVS vertritt ca. 95 Behandlungseinrichtungen in Deutschland. Diese verfügen über ca. 6500 stationäre und viele (ganztägig) ambulante Behandlungsplätze. Ausführliche Informationen zu den Mitgliedseinrichtungen des FVS finden Sie unter „Einrichtungen/Behandlung“.

Diese sind geordnet nach
  • Fachkliniken für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit sowie stoffungebundene Suchtformen
  • Komplementäre Einrichtungen:
    • Adaption, soziotherapeutische Heime, betreutes Wohnen
    • Tageskliniken (ganztägig ambulante Rehabilitation)
  • Ambulante Behandlungs- und Beratungsstellen

Die Onlinedatenbank wird kontinuierlich aktualisiert.
 

Aktuelle Hinweise zur Zuzahlung

Hier finden Sie wesentliche Informationen zur Zuzahlungsregelung von medizinischen Rehabilitationsleistungen.

Infotelefone/Telefonische Beratung

Neben dem Fachverband Sucht e.V. kann man sich an folgende Informations- und Beratungstelefone wenden:
 
 

Informations- und Beratungstelefone für Betroffene und Angehörige

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) hat in der Zeit von Montag bis Donnerstag von 10.00 - 22.00 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr verschiedene Infotelefone geschaltet.
  • Infotelefon zur Suchtvorbeugung
    Telefon 0221/89 20 31
    Das Infotelefon erfüllt verschiedene Aufgaben:
    • Beantwortung von Fragen zur Suchtvorbeugung
    • persönliche Beratung bei Suchtproblemen mit dem Ziel, eine geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln
    • Vermittlung von Anschriften und Telefonnummern der Suchtberatungsstellen sowie anderer geeigneter Beratungsdienste
  • BZgA - Telefonberatung zur Raucherentwöhnung
    Telefonberatung zur Raucherentwöhnung
    Telefon: 01805/313131, Preis: 0,41 Euro pro Minute, andere Mobilfunktarife möglich. Der Telefondienst bietet eine persönliche Entwöhnungsberatung für Jugendliche und Erwachsene an, die aufhören wollen.

    Auf Wunsch werden Adressen von Raucherentwöhnungskursen am jeweiligen Wohnort genannt und kostenlos Einzelinformationsbroschüren zugestellt.
  • BZgA - Infotelefon zu Essstörungen 0221/89 20 31
    Betroffenen und Angehörige können Informationen zu den unterschiedlichen Formen von Essstörungen, wie Magersucht, Ess-/Brechsucht, Esssucht erhalten. Adressen von Beratungsstellen und therapeutischen Einrichtungen werden vermittelt, weitere schriftliche Informationen können angefordert werden.
  • BZgA - Infotelefon zur Glücksspielsucht
    Telefon: 0800/1372700Man kann Auskunft und Aufklärung über Glücksspielsucht erhalten, Informationen und Beratung zu bestehenden Hilfsangeboten vor Ort, konkrete Beratung bei persönlichen Problemen
 

Online-Recherche: Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Psychotherapie

  • Ambulante Suchtberatungsstellen
    Über die Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann man Adressen von Suchtberatungsstellen zu Drogen, Alkohol-, Medikamenten- und Glücksspielsucht erhalten
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
    Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen bietet die Möglichkeit der Online-Einrichtungssuche
  • Selbsthilfegruppen
    Sowohl für Betroffene wie auch für Angehörige gibt es eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen in Deutschland. Über die entsprechende Homepage der Selbsthilfegruppenverbände können Sie auch Selbsthilfegruppen in der näheren Umgebung Ihres Wohnortes finden.
  • Online-Angebote
    Es gibt verschiedene Online-Selbsthilfeangebote zu Tabak, zu Alkohol, zu illegalen Drogen und zum Pathologischen PC-/Internetgebrauch. Beispielhaft werden genannt:
www.drugcom.de
Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, "Cannabis Check", "Check your drinking"
www.selbsthilfealkohol.de
Online-Selbsthilfeprogramm zu Alkohol der AHG und salus kliniken (Kosten 19,95€ für 6 Wochen)
www.selbsthilfetabak.de
Online-Selbsthilfeprogramm zu Tabak der AOK und salus kliniken (Kosten 19,95€ für 6 Wochen)
www.computersucht.help  
AHG-Internetseite zum Pathologischen PC-/Internetbrauch

 

Selbsthilfegruppen für Betroffene

Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche
Blaues Kreuz in Deutschland
Guttempler in Deutschland
Kreuzbund e.V.
Anonyme Alkoholiker Interessengemeinschaft
Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Al-Anon-Familiengruppen-Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern und Al-Ateen-Selbsthilfegruppen für Kinder und Jugendliche, Angehörige von Alkoholikern

Bundesverband der Eltern suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter e.V. (BVEK)
  • Selbsthilfegruppen: übergreifend
    Auskunft über Selbsthilfegruppen in Deutschland kann man auch erhalten über die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)

    Psychotherapie

    Bei der Online-Psychotherapeutensuche kann man sich wenden an:
  • Psychotherapie-Informationsdienst (PID)

    Homepage
    Telefon: 030/209166330 (Anrufzeiten: Montag/Dienstag 10.00 - 13.00 Uhr und 16.00 - 19.00 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 13.00 - 16.00 Uhr)
  • Landespsychotherapeutenkammern

    Darüber hinaus kann man auch über die entsprechenden Suchmaschinen der Landespsychotherapeutenkammern und der Kassenärztlichen Vereinigungen Adressen niedergelassener Psychotherapeuten erfahren.

    Arztsuche

    Ärzte, die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation verordnen dürfen, findet man über die Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung